New York Weblog


Reisetipps

The Great White Way – Die Geschichte des New Yorker Broadway

25.05.2014 - 0 Kommentare
New York bietet ein wahres Füllhorn an kulturellen Angeboten, seien es Theater- und Musicalproduktionen, Opernaufführungen, Sinfoniekonzerte, Kunstfilme oder literarische Lesungen. Zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten von New York gehört der Broadway, dieser ist der Inbegriff dieser kulturellen Vielfalt. Doch die bekannte Straße besteht nicht nur aus dem relativ kleinen Bereich mit den Theatern rund um den Times Square. Vom Süden Manhattans, durch die Bronx bis in den Norden bei dem kleinen Örtchen Sleepy Hollow zieht sich die Straße, die auf eine lange Geschichte zurückblicken kann. Vom Indianerpfad zur Fußgängerzone Angefangen hat alles mit einem alten Indianerpfad, der von den ersten holländischen Siedlern im 17. Jahrhundert zu einer befestigten Straße ausgebaut wurde, damit ist sie die älteste und mit mehr 26 Kilometern auch die längste Nord-Süd Durchquerung von New York City. Genannt wurde sie der „Breede Wegh“, was später durch den englischen Einfluss zu Broadway wurde. Wie alt der Broadway ist erkennt man auch daran, dass er nicht wie die anderen Straßen schachbrettartig angelegt ist, sondern einmal quer durch Manhattan verläuft. Angefangen am Bowling Green im Süden der Insel, vorbei an der Wall Street und dem Times Square, hinauf zum Central Park und weiter an der Columbia University vorbei. Im Norden an der 178th Street verläuft der Broadway als US Highway 9 weiter durch die Bronx, bevor er das Stadtgebiet verlässt und sich durch Yonkers bis nach Sleepy Hollow fortsetzt.
Broadway New York Fussgaengerzone Bild von Craig Dietrich
Eine der größten Veränderungen seiner Geschichte erlebte die Straße im Mai 2009, als auf Drängen von Bürgermeister Bloomberg der Broadway von der 42. bis zur 47. Straße inklusive des Time Squares zur Fußgängerzone erklärt wurde. Ebenso der Abschnitt von der 33. bis zur 35. Straße am Herald Square, statt Verkehrslawinen findet man dort heute Klappstühle, Sonnenschirme und Topfpflanzen. Die Geschichte des Theaters am Broadway Heutzutage gilt der Broadway von der 41. bis zur 53. Straße als Hochburg der weltweiten Theaterkunst. Viele berühmte Musicals traten hier ihren Siegeszug um die Welt an. Begonnen hat diese Erfolgsgeschichte bereits um das Jahr 1730 als das erste Theater am Broadway eröffnete, damals jedoch noch in Lower Manhattan. 1866 wurde die Straße sozusagen zum Geburtsort des ersten Musicals, als im Niblo’s Garden mit „The Black Crook“ einer der Vorläufer unserer heutigen Musicals seine Premiere feierte. In dieser Zeit siedelten sich viele weitere Theater-, Opern- und Musikhäuser in der Nähe des Herald Square an, um den hohen Grundstückspreisen in Downtown zu entgehen. Da dieser Bereich zwischen Union Square und Madison Square zur damaligen Zeit mit Straßenlaternen ausgeleuchtet wurde und wegen der zahlreichen Leuchtreklamen, nannte man ihn auch „The Great White Way“. Erst Anfang des 20. Jahrhunderts erreichten die ersten Theater auch das heutige Gebiet um den Times Square, der Spitznamen von damals machte den Umzug einfach mit.
New Amsterdam Theatre Broadway Bild von Broadway Tour
Das neue Theaterviertel wurde mehr und mehr zu New Yorks kulturellem Zentrum. Viele der Theater entstanden zwischen 1910 und 1930, der Blütezeit des Vaudeville und der berühmten Ziegfeld Follies. Einige von ihnen, wie beispielsweise das Lyceum Theatre und das New Amsterdam Theatre, haben bis heute überlebt, dort kann man sich heute noch von wundervollen Bühnenstücken verzaubern lassen. Mit Beginn der Großen Depression in den 1930er Jahren und der Erfindung des vertonten Films, gings es auch mit dem Broadway bergab. Viele Theater mussten schließen und tausende Theaterleute verloren ihren Job. Von 264 Produktionen in den Jahren 1927 /1928 waren 1940 nur 72 übrig geblieben. Auch in den folgenden Jahrzehnten mussten viele Theater um ihre Existenz kämpfen und trotzdem begann in den 40er und 50er Jahren auch eine neue Erfolgsgeschichte, denn sie gelten als die Glanzzeit des Broadway-Musicals. Produktionen wie Oklahoma!, My Fair Lady und West Side Story lockten die Zuschauer in Scharen in die Theater, darunter auch besonders viele Nicht-New Yorker.
 
Palace Theatre Bild von Librarygroover
Besonders schlimm um den Theater District stand es in den 1980er Jahren, als ein großes Theatersterben einsetzte. Viele Bühnen wurden zu Striptease-Bars umfunktioniert und auf den Straßen bestimmten Sex und Drogen das Geschehen. Ende der 80er wurden viele Theater unter Denkmalschutz gestellt und mit Disneys „Die schöne und das Biest“ erfuhr der Broadway 1994 neuen Aufschwung. Dank zahlreicher Sparmaßnahmen und der Verpflichtung von namenhaften Schauspielern ist die Krise heute überwunden und in diesen 40 Theatern wird jeweils ein Musical oder Theaterstück aufgeführt.
  • Al Hirschfeld Theatre
  • Ambassador Theatre
  • American Airlines Theatre
  • August Wilson Theatre
  • Belasco Theatre
  • Bernard B. Jacobs Theatre
  • Booth Theatre
  • Broadhurst Theatre
  • The Broadway Theatre
  • Brooks Atkinson Theatre
  • Circle in the Square Theatre
  • Cort Theatre
  • Ethel Barrymore Theatre
  • Eugene O'Neill Theatre
  • Foxwoods Theatre
  • Gerald Schoenfeld Theatre
  • Gershwin Theatre
  • Helen Hayes Theatre
  • Imperial Theatre
  • John Golden Theatre
  • Longacre Theatre
  • Lunt-Fontanne Theatre
  • Lyceum Theatre
  • Majestic Theatre
  • Marquis Theatre
  • Minskoff Theatre
  • Music Box Theatre
  • Nederlander Theatre
  • Neil Simon Theatre
  • New Amsterdam Theatre
  • Palace Theatre
  • Richard Rodgers Theatre
  • St. James Theatre
  • Samuel J. Friedman Theatre
  • Shubert Theatre
  • Stephen Sondheim Theatre
  • Studio 54
  • Vivian Beaumont Theater
  • Walter Kerr Theatre
  • Winter Garden Theatre
Zu den erfolgreichsten Shows am Broadway zählen viele bekannte Musicals, wie unter anderem : Der König der Löwen, Cats, Das Phantom der Oper, Grease, West Side Story und viele andere. Entstehung des Off-Broadway Neben den großen Theatern mit ihren großen und teuren Produktionen entstanden seit den 1950er Jahren auch sogenannte Off-Broadway und Off-Off-Broadway Bühnen. Wie der Name schon sagt, lagen die Off-Broadway-Theater nicht direkt am Great White Way, sondern in einiger Entfernung, wodurch die Mieten erheblich günstiger waren. Die Off-Off-Broadway-Bühnen waren dagegen ganz außerhalb des Theaterviertels zu finden. Stücke, die sich auf diesen Bühnen großer Beliebtheit erfreuten, wurden häufig nach kurzer Zeit auf eine der großen Broadway-Bühnen verlagert. Heute unterscheidet man die einzelnen Kategorien anhand ihrer Größe: Theaterhäuser mit mehr als 500 Sitzplätzen zählen zu den Broadway-Bühnen, auch wenn sie nicht direkt an der berühmten Straße liegen. Bei einem Fassungsvermögen von 100 – 499 Zuschauern spricht man von den Off-Broadway-Theatern und alles darunter gehört in den Off-Off-Broadway-Bereich. Im Gegensatz zu den großen Musicals, folgen die Stücke auf den kleineren Bühnen nicht immer dem Mainstream-Geschmack. Hier gibt es auch viele mutige Performances zu bewundern und sie dienen dem experimentellen Theater als Zuhause. Dies macht sich natürlich auch in der Preisgestaltung bemerkbar. Während die Preise für große Broadway-Musicals, abhängig von Uhrzeit und Sitzreihe, oft erst bei 100 Euro starten, kommt man bei den kleineren Theatern schon wesentlich günstiger weg.

Kommentare




-